Ein Freilichtmuseum findet man ganz in der Nähe des Linne Grabes, genau gesagt zwischen T-Teich und Bramfelder See. Ich kam zufällig vorbei, ging durch den rückwärtigen Eingang, wo kein Hinweis angebracht ist, und wußte doch sogleich, dass das hier ganz besondere Grabsteine sind. Sie stammen durchweg aus dem 18. und 19. Jahrhundert, sind also deutlich älter als alle anderen Gräber in Ohlsdorf. Es erinnert ein wenig an die Sammlung der Ämtersteine, auch ein Freilichtmuseum, aber hier handelt es sich um persönliche Grabsteine. Sie wurden allesamt von den aufgelösten alten Friedhöfen am Dammtor hierher gebracht. Die Gebeine allerdings wurden entweder verbrannt oder auf dem Althamburgischen Gedächtnisfriedhof, gleich am Haupteingang, beigesetzt. So hängen also verschiedene Flächen des Parks thematisch eng zusammen.

 

 

Es sollen 159 Einzelsteine sein, die hier zwischen den Hecken aufgestellt worden sind. Ich habe sie nicht nachgezählt, aber es sind viele und man/ich kann hier gewiss noch einige Stunden verbringen. Es ist spannend die Inschriften zu entziffern, wenn es manchmal auch nicht mehr möglich ist. Dafür sind einige der Steine zu alt und zu verwittert. 

 

 

Erst beim Verlassen des Areals, dass den Namen durch die Thujahecken erhalten hat, entdecke ich eine Infotafel, die mir hilft es besser zu verstehen. Dort lese ich, dass Planten un Blomen in den dreißiger Jahren auf dem Gelände des Dammtorfriedhofes erbaut wurde und deshalb die wichtigsten Grabsteine im Jahr 1935 hierher gebracht wurden. Und ein paar besonders prominente Namen werden extra erwähnt: Der Pädagoge Büsch, Pastor Rambach, der Maler E. Speckter und ein Dirigent Armbrust. Ich kann nicht mit allen Namen etwas anfangen, aber einige sind mir schon begegnet. Beim Maler dürfte es sich um den Bruder von Otto Speckter handeln, der auch meinen Ur-Ur-Onkel Friedrich Carl Griebel porträtierte und dessen Bild noch heute im Dithmarscher Landesmuseum hängt.

 

Friedrich Carl Griebel, 1788-1861, Landespfennigmeister der Landschaft Norderdithmarschen.

 

Interessanter finde ich die Gestaltung der Steine. Die ältesten sind wohl die großen Eisenkreuze, die in einer Ecke stehen. Dann gibt es Urnenbehältnisse, viele große Grabplatten und einige Figuren. Die Platten habe ich schon auf anderen alten Friedhöfen gesehen und immer fielen mir die kreisrunden Vertiefungen an den vier Ecken auf. Hier sehe ich erstmals wozu sie dienten. Es sind die Lager für mächtige Eisenringe, die dem Transport der zentnerschweren Platte ermöglichte. Wahrscheinlich hat man mithilfe eines Flaschenzuges und vielleicht einer Pferdekraft die Platte vom Wagen gehoben und auf das Grab gesenkt.

 

 

Ich brauche noch einige Besuche im Heckengartenmuseum, um alle Ecken gesichtet zu haben. Aber ein paar Sachen fielen mir schon beim ersten Besuch ins Auge und davon habe ich Fotos gemacht. Die zeige ich hier. Erst einmal.